Theme for 2017
Answering the call of October 17 to end poverty: A path to peaceful and inclusive societies

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Naila - Tuesday 17 October 2017 - Armut beenden: Wege zu einer friedlichen Gesellschaft

Event report

Bericht der Projektleiterinnen:

„Armut beenden: Wege zu einer friedlichen Gesellschaft“ – unter diesem Thema hatte das f.i.t.-Projekt „Sichtbar, aber auch nicht stumm“ am Dienstag 17. 10. zu einer Feierstunde eingeladen, um den UNO-Welttag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung zu begehen, wie dies alljährlich an vielen anderen Orten auf allen Kontinenten geschieht, und in Naila nun zum vierten Mal (erstmals in Kooperation mit der „Evang. Erwachsenenbildung Hof-Naila e.V.“).

Im voll besetzten Saal des Bonhoefferhauses Albin-Klöber-Str. 9 in Naila wurde ein abwechslungsreiches und dichtes Programm geboten. Wie schon im letzten Jahr wirkten daran das SFZ „Schule am Martinsberg“ und der „Singende Kaffeetisch“ der Mehrgenerationen-Projektschmiede mit. Erstmals dabei war die Evangelische Kantorei Naila, anstelle der üblichen Chorprobe. Solistisch traten Inge Einsiedel-Müller und der Liedermacher Thomas Felder aus Reutlingen auf; sie sangen die zwei Lieder von Thomas Felder gemeinsam.

Der Aufruf, der vor genau dreißig Jahren am Anfang dieses Welttags stand, wurde als Zeichen der weltweiten Verbundenheit in mehreren Sprachen vorgetragen, in alphabetischer Reihenfolge auf Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Koreanisch, Kurdisch und Spanisch, - und danach nochmals auf Deutsch, in Gedichtform gesungen: „Wo Menschen durch Armut ins Elend gestürzt sind, da werden die Menschenrechte verletzt. Die Aufgabe, für ihre Achtung zu sorgen, verpflichtet, dass man sich verständigt, vernetzt: vereint im Verein nicht sich selbst zu genügen, auch ungleich gesinnt sich zusammenzutun, das Unüberbrückbare zu überbrücken, - denn gegen das Elend ist niemand immun.“

Schon dieser Einstieg gab Gelegenheit, die Herausforderung eines Miteinanders von verschiedenen Sprachen und kulturellen Prägungen zu spüren. Der Konflikt im kurdischen Teil des Irak war gerade zu einem Krieg geworden, und ein von dort geflüchteter Familienvater schilderte im perfekten Englisch die furchtbare Lage seiner Landsleute. Anlässlich des UNO-Welttages richtete er einen Appell an die UNO, das Morden zu stoppen. Marlies Osenberg und Annette Rodenberg nahmen diese ungeplante Wendung so gut wie möglich mit hinein, im Sinne der Friedenshoffnung des Themas.

Gerda Leutenberger hielt ihre beeindruckende Rede selbst; die übrigen Wortbeiträge von Betroffenen wurden von anderen Personen vorgetragen. Von der Schule am Martinsberg wurden die Ergebnisse einer Umfrage über Kinderarmut präsentiert. Sabine Krauss von der KASA stellte die Beratungsstelle der Diakonie Hochfranken im m8 vor und lud zu einem Besuch ein. Gerhard Zeitler, der Fachbereichsleiter für Familie, Jugend u. Soziales im Landratsamt Hof, äußerte Respekt für die Veranstaltung und Verständnis für die Bedürfnisse und Beschwerden der Menschen. Er könne aber keine Gesetze machen; seine Aufgabe sei es, das Geld gut zu verwalten. Die Bedeutsamkeit und Dringlichkeit des Themas Armut unterstrich auch die Präsenz des VdK-Vorsitzenden Werner Hick als Bürgermeister und Vertreter der Stadt Naila.

Marlies Osenberg berichtete über die Wahljahr-Aktion mit dem Arbeitspapier "Wo ist der Wille zur Überwindung der Armut?": Überwindung der Armut sollte allen davon Betroffenen nützen, nicht nur denen, die den Sprung aus „Hartz IV“ in auskömmliche bezahlte Arbeit schaffen. Weil jede finanzielle Verbesserung vom ALG 2 /Grundsicherung abgezogen werde, entstehe der Eindruck, es sei gewollt, dass die übrigen Betroffenen arm bleiben. Auf diese Problemanzeige seien die drei Antwortbriefe von Seiten der Politik nicht eingegangen. Sie bedankte sich bei einem Betroffenen, mit dessen Hilfe sich die Vorschläge für Veränderungen noch wesentlich ergänzen und verbessern lassen würden, da er die Problematik noch deutlicher gemacht habe – wie aus dem vorgelesenen Erfahrungsbericht hervorging:

„In meiner Familie sind wir alle nur noch sehr eingeschränkt arbeitsfähig. So sind wir beim Jobcenter bzw. Sozialamt gelandet. Dann haben wir geerbt… Es wurde berechnet, wie lange unser Erb-Anteil reichen müsse. Solange bekommen wir keine Leistungen vom Jobcenter/Sozialamt mehr. Wir hatten vor unserem ersten Hartz-IV-Bezug keine Ersparnisse, so dass damals kein Schonvermögen anerkannt wurde. Wenn man erbt, nachdem man beim Jobcenter gemeldet ist, wird dies komplett als Einkommen angesehen. Am Ende stehen wir arm da.“

Starting the commemoration at Naila
Gerda L. is speaking to the audience
Director and pupils of "Schule am Martinsberg" giving their presentation
frankenpost.de/region/naila/Aufschrei-gegen-Armut-und-Egoismus;art2443,5787048

Event description

Das f.i.t.-Projekt „Sichtbar, aber auch nicht stumm“*

lädt herzlich ein

zur Feierstunde am Dienstag 17. 10.
ab 18:00 Uhr
bis ca. 20:30 Uhr in Naila,
Bonhoefferhaus Albin-Klöber-Str. 9
(Einlass ab 17:30, anschließend Gelegenheit zur Begegnung)

Thema für 2017:
Armut beenden: Wege zu einer friedlichen Gesellschaft

*(als Veranstalter in Zusammenarbeit u.a. mit dem SFZ „Schule am Martinsberg“ und der „Evang. Erwachsenenbildung Hof-Naila e.V.“)

Es wirken mit: SFZ „Schule am Martinsberg“, Evangelische Kantorei Naila, „Singender Kaffeetisch“ der Mehrgenerationen-Projektschmiede, Inge Einsiedel-Müller (Keyboard, Gesang), Thomas Felder (Liedermacher aus Reutlingen) u.a.

Kontaktpersonen (auch bei Suche nach Fahrgelegenheit): Pfrin Rodenberg, Tel. 09282/9635617, u. Frau M. Osenberg, Seniorenbüro Diakonie Martinsberg, Tel. 09282/9621941

Albin-Kloeber-Str. 9
Naila
Germany

Warsaw - Monday 16 October 2017 - Black-out Poetry

In this meeting, people will read the texts mentioning poverty and will cross out some words to make a new poetry. 

https://www.facebook.com/events/219400708595833.

Warsaw
Poland