Solidaritätsfest am UNO-Welttag 17.10.14 in Naila bei Hof/Saale, Deutschland

Einmalige Chance und Anfang

 

Eine einmalige Chance, die so nicht wieder kommt – und ein Anfang, der eine Fortsetzung verlangt: das war das Solidaritätsfest am 17. Oktober in Naila bei Hof/Saale. Mit diesem lange geplanten Bestandteil des Nailaer f.i.t.-Projekts „Sichtbar, aber auch nicht stumm“ ist weitere Vernetzung gelungen, vor allem mit dem Selbitzer Projekt „Wir integrieren und vernetzen generationenübergreifend“ (einem weiteren der sechzig f.i.t.-Projekte – vgl. www.fit-projekte.de), mit dem Sozialverband VdK und mit der katholischen Gemeinde. Der Saal unter der katholischen Kirche – wo einmal wöchentlich die „Tafel“ Lebensmittel ausgibt – war mit über hundert Personen voll besetzt, darunter viele Mitwirkende sowie die Mitglieder der evangelischen Dekanatssynode, die im Rahmen ihrer jährlichen Tagung teilnahmen. Vorbereitet durch Workshops und ergänzt durch ein Kontakt-Café war eine bewegende Feierstunde zum „UNO-Welttag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung“ zu erleben. Zum Zeichen weltweiter Verbundenheit wurde der Aufruf zu diesem Welttag - „Wo immer Menschen dazu verurteilt sind, im Elend zu leben, werden die Menschenrechte verletzt. Sich mit vereinten Kräften für ihre Achtung einzusetzen, ist heilige Pflicht“ - auch auf Französisch, Englisch, Arabisch, Türkisch und Japanisch gesprochen. Der neunjährige Jonathan Färber trug den Aufruf in gereimter Form vor. Dann kamen von Armut/Ausgrenzung Betroffene so zu Wort, dass es „knisterte“ (wie ein Teilnehmer im Rückblick sagte). Gerda Leutenberger trug ihre Anfragen an Kirche, Politik und Gesellschaft zu „Wärme und Kälte“ selber vor; von Klaus Mallwitz bzw. Hanna Piruzram verlesen wurden Erfahrung und Hoffnung eines Mannes, der lange auf der Straße gelebt hat, und einer Frau, die als Flüchtling nach Naila gekommen ist.

Anschließend stellten die Leiterinnen der beiden Projekte, Pfarrerin Rodenberg und Marlies Osenberg aus Naila, sowie Nicole Sielski aus Selbitz, in Gesprächsform ihre Arbeit vor. Es folgten Grußworte von Dekan Andreas Maar und von dem Vorsitzenden des Diakoniewerkes Martinsberg Karl Bayer, von Pfarrer Sebastian Masella und von Bürgermeister/stellvertr. Landrat Frank Stumpf,  sowie vom Referenten des Präsidenten der Diakonie Bayern, Joachim Wenzel.

 

Die Wortbeiträge wurden durch musikalische Darbietungen ergänzt: Als Auftakt zur offiziellen Feier tanzten die türkischen Frauen vom Projekt in Selbitz zu orientalischer Musik durch den Saal; wer von den Anwesenden mitmachen wollte, war dabei. Der katholische Kirchenchor sang zwei Liedtexte von Annette Rodenberg: eine Neufassung der „Internationale“, zu der Kathi Stimmer-Salzeder die Melodie von „Ich steh am Anfang eines Weges“ zur Verfügung gestellt hatte, sowie eine Hymne der Menschenwürde auf die Melodie des „Sanctus“ aus der Deutschen Messe von Franz Schubert. Inge Einsiedel-Müller hatte mit dem Singenden Kaffeetisch im Workshop Singen „Wir wollen etwas sagen“ und „We shall overcome“ eingeübt und sang auch ihr eigenes Lied „Reichtum und Macht“.

Abschließend bedankten sich die Projektleiterinnen bei allen Mitwirkenden. Marlies Osenberg dankte besonders ihren Freunden von der Mehrgenerationen-Projektschmiede, die das Projekt drei Jahre lang mit gestaltet und getragen haben. Sie äußerte den Wunsch, dass in einem Jahr am 17. Oktober wieder ein UNO-Welttag gefeiert würde, an dem man einander würde berichten können, was inzwischen alles zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung getan werde – ein Ausblick, auf den das gemeinsame Schlusslied „Ich steh am Anfang eines Weges“ von Kathi Stimmer-Salzeder antwortete. 

Mit den besten Wünschen vom Präsidenten des Diakonischen Werkes Bayern, Michael Bammessel, bedankte sich sein Referent Joachim Wenzel bei allen Mitwirkenden: „Das Solidaritätsfest hier in Naila ist ein beeindruckendes Zeichen des f.i.t.-Projektes. Das Diakonische Werk Bayern wünscht weiterhin gutes Gelingen bei der Gestaltung einer solidarischen Gesellschaft in Naila und weltweit.“